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Programmkommune

Stadt Ratzeburg

Projekt „Servicestelle Ehrenamt"

Ansprechpartner

Mark Sauer
Ehrenamtskümmerer


Stadt Ratzeburg
Unter den Linden 1
23909 Ratzeburg

Telefon:
04541 8000-114

E-Mail:
engagiert@~@ratzeburg.de

Internet:
www.ratzeburg-engagiert.de

 

GEMEINDE IN ZAHLEN

14.952

Einwohner*innen

Was ist das Besondere an Ihrer Stadt?
Die Inselstadt Ratzeburg zeichnet sich durch eine eng vernetzte und engagierte Stadtgesellschaft aus. Als aktives Mitglied im Bundesnetzwerk „Engagierte Stadt“ und der „Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus“ (ECCAR) setzt Ratzeburg klare Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Vielfalt und Menschenrechte. Ein starkes Fundament bildet auch die „Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen“, mit der vor Ort für eine wehrhafte und lebendige Demokratie gearbeitet wird. Kommunale Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft arbeiten dabei auf Augenhöhe und mit starken lokalen Partnern. Das gilt auch für die Engagementstrategie der Stadt, mit der sich Ratzeburg als Programmkommune in die 'Gesamtstrategie Ehrenamt' des Landes einbringt. Zusammen mit dem Diakonischen Werk Herzogtum Lauenburg wollen wir Ratzeburg zu einem resilienten, zukunftsfähigen Ort machen, an dem Verantwortung füreinander übernommen und Gemeinschaft spürbar gelebt wird. Wir wollen, dass Menschen aktiv mit all ihren Fähigkeiten an unserem Gemeinwesen mitgestalten. Ratzeburg will partnerschaftlich eine engagierte Stadt und Programmkommune sein. 

Beschreiben Sie die Engagementlandschaft in Ratzeburg. 
Ratzeburg besitzt eine vitale Engagementlandschaft. Sie wird tagtäglich von zahlreichen Sportvereinen, Kulturinitiativen, sozialen Verbänden, Beiräten und freien Initiativen getragen, die das gesellschaftliche Leben der Inselstadt prägen. Das Besondere an der Ratzeburger Engagementlandschaft ist die ausgeprägte Bereitschaft zur Kooperation und der starke Zusammenhalt über Spartengrenzen hinweg. Bürgerinnen und Bürger aller Generationen bringen sich aktiv ein, um das soziale Miteinander, die Kultur und das demokratische Bewusstsein vor Ort zu stärken. Getragen von einem hohen Maß an Eigeninitiative und geteilter Verantwortung, bildet diese lebendige Zivilgesellschaft das Fundament für ein solidarisches Gemeinwesen. Das Ehrenamt ist in Ratzeburg kein reines Freizeitangebot, sondern ein unverzichtbarer Motor für gesellschaftliche Innovation, Integration und Lebensqualität, der die Stadt fit für die Zukunft macht.

Welche engagementfördernden Strukturen gibt es bereits bzw. wollen Sie im Rahmen des Projektes aufbauen und weiterentwickeln?
Wichtige Fundamente bilden bereits die aktive 'Partnerschaft für Demokratie', die Bürgerstiftung sowie die Mitwirkung im bundesweiten Netzwerk der »Engagierten Stadt«. Durch die Aufnahme in das schleswig-holsteinische Landesförderprogramm „Gesamtstrategie Ehrenamt“ soll die lokale Engagementlandschaft nun eine dauerhafte Struktur erhalten. Im Zentrum steht dabei kooperative Umsetzung einer lokalen Engagementstrategie, die gemeinsam mit dem Diakonischen Werk Herzogtum Lauenburg und der Zivilgesellschaft erarbeitet wurde. Sie will Rahmenbedingungen schaffen, in denen Engagement leicht zugänglich, sichtbar und wertgeschätzt ist – getragen von Kooperation, Offenheit und Anerkennung. Unser Leitmotiv lautet: „Gut für Ratzeburg! – Gemeinsam engagiert.“ Damit bekennen wir uns zu einer Stadt, in der freiwilliges Engagement ein fester Bestandteil des Zusammenlebens ist – inspirierend, wirksam und nachhaltig. 

Welche zukünftigen Herausforderungen bezogen auf das freiwillige Engagement in Ratzeburg sehen Sie?
Die Herausforderungen für das Ehrenamt in Ratzeburg spiegeln den gesellschaftlichen Wandel wider. Ein zentrales Thema ist der demografische Wandel, der viele traditionelle Vereine vor Nachwuchsprobleme stellt, während gleichzeitig der Bedarf an sozialem Engagement steigt. Zudem verändern sich die Lebensentwürfe der Menschen: Starre, langfristige Vereinsstrukturen schrecken jüngere Generationen oft ab; gefragt ist heute eher ein projektbezogenes, flexibles und zeitlich begrenztes Engagement. Eine weitere Hürde bildet die zunehmende Bürokratie, die viele ehrenamtlich Verantwortliche im Alltag belastet. Zudem gilt es, Barrieren abzubauen, um eine noch breitere und diversere Beteiligung der gesamten Stadtgesellschaft zu ermöglichen. Die zentrale Herausforderung besteht darin, das freiwillige Engagement durch gezielte Entlastung, digitale Innovationen und zeitgemäße Beteiligungsformate für die Zukunft krisenfest aufzustellen und nachhaltig zu motivieren.

Welche Schritte planen Sie als nächstes?
Als nächste Schritte setzt Ratzeburg im ersten Jahr der Strategie vier konkrete Leitziele um. Priorität hat der Aufbau einer zentralen Servicestelle Ehrenamt, die als Anlaufstelle für Beratung, Vermittlung und Fördermittelberatung fungiert. Um den Einstieg zu erleichtern, starten wir ein strukturiertes Onboarding mit Patenschaftsprogrammen und einer praktischen „Willkommensmappe“. Parallel wird eine barrierefreie digitale Engagementplattform aufgebaut, die als transparente Freiwilligenbörse und Marktplatz des Miteinanders alle Angebote bündelt. Da Engagement auch physische Orte braucht, entwickeln wir zeitgleich eine flexible Raumbörse. Dabei werden gezielt Leerstände genutzt und bestehende Treffpunkte gestärkt, wie etwa die Stadtbibliothek als „Dritter Ort“, der Pavillon an der Schlosswiese oder lokale Stadtteilräume. Diese Maßnahmen führen die Fäden aus der Bürgerwerkstatt zusammen und verankern die Strategie direkt in der Praxis.

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