Sozialministerin Aminata Touré hat den Bund dazu aufgefordert, die Freiwilligendienste besser zu finanzieren. Ziel müsse es sein, insbesondere in stark nachgefragten Bereichen mehr Plätze zu schaffen, indem die Bundesmittel entsprechend angepasst werden, sagte Touré am Mittwoch im Landtag.
„Wir können und wollen als Gesellschaft und Politik nicht auf freiwilliges Engagement verzichten. Wir müssen attraktive Möglichkeiten für junge Menschen schaffen, die sich für unsere Gesellschaft einsetzen wollen. Dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, ausreichend Plätze und eine Förderung, die dort ankommt, wo Engagement tatsächlich gelebt wird“, erklärte die Ministerin: „Für viele junge Menschen zählt nicht nur, was sie machen wollen, sondern vor allem, ob sie es sich leisten können."
Zugleich forderte die Ministerin, weniger gefragte Einsatzbereiche stärker bekannt zu machen. Während Stellen im Sport- und Kulturbereich gut besetzt seien, gebe es in der Pflege und in Kitas teilweise noch freie Plätze. Zudem müsse die Abbrecherquote gesenkt werden. Touré ergänzte: „Der Freiwilligendienst ist eine Zeit, in der sich junge Menschen in den Dienst der Gesellschaft stellen und ihren eigenen Horizont erweitern. In einer solchen Zeit wächst das Verständnis für andere Lebenssituationen und Perspektiven und häufig ergeben sich plötzlich ganz neue Wege für die Zukunft. Dieses Engagement ist ein Gewinn für uns alle. Es stärkt den sozialen Zusammenhalt, fördert die persönliche Entwicklung und eröffnet neue berufliche Perspektiven. Außerdem werden Projekte, Institutionen und Einrichtungen gestärkt, bei denen der Dienst absolviert wird.“
Im Jahrgang 2024/2025 waren in Schleswig-Holstein 1.541 Plätze im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), 190 Plätze im Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) sowie 1.212 Plätze im Bundesfreiwilligendienst (BFD) besetzt. Die Kosten für das FSJ werden von den Trägern aus einem Mix aus Bundesmitteln in Höhe von 200 Euro pro Platz und Monat für die pädagogische Begleitung, aus Landesmitteln von 100 Euro pro Platz und Monat sowie aus Pauschalen der Einsatzstellen und Eigenmitteln finanziert. Das Land Schleswig-Holstein förderte im Jahrgang 2024/2025 rund 892 FSJ-Plätze mit insgesamt etwa einer Million Euro. Die Kosten des Bundesfreiwilligendienstes trägt der Bund.
