Schleswig-Holstein startet heute am 20. Januar den sogenannten Call for Concepts für die dritte Runde des Landesprogramms Offene Innovation. Ab sofort können öffentliche und gemeinnützige Einrichtungen gemeinsam mit der regionalen Digitalwirtschaft Ideen für innovative Open-Source-Projekte beim DigitalHub.SH einreichen. Das Land stellt dafür erneut mehr als zwei Millionen Euro bereit und setzt damit ein klares Zeichen für Nachhaltigkeit in der Digitalisierung.
Das Programm hat bereits bewiesen, wie gezielt offen entwickelte Softwarelösungen nicht nur den lokalen Bedarf bedienen, sondern gleichzeitig viele Akteure stärken können. Ein gelungenes Beispiel dafür ist die Einsatzplanungslösung Firemon 112 für freiwillige Feuerwehren: Was als ehrenamtliches Projekt begann, optimiert heute die Arbeit von 113 Wehren mit über 2.400 Einsatzkräften in Schleswig-Holstein.
Seit 2024 wurden 31 Projekte mit rund sechs Millionen Euro finanziert – eingereicht von Vertreterinnen und Vertretern aus mehr als 90 Institutionen in ganz Schleswig-Holstein. Dabei decken die Projekte ein breites Themenspektrum ab: vom Bildungsbereich über Sport und familiäre Versorgungsfragen bis hin zu klassischen Verwaltungsthemen wie einer offenen Aktenlösung. Die Lösungen kommen direkt in der Praxis an und wirken über die Landesgrenzen hinaus.
„In Schleswig-Holstein haben wir uns entschlossen auf den Weg in die digitale Unabhängigkeit begeben. Der wesentliche Baustein dieses Ansatzes ist der konsequente Fokus auf offene Standards und Open-Source-Software. Damit stärken wir nicht nur die Daten- und Informationssicherheit im Land sowie die Hoheit über unsere Betriebsprozesse, sondern zugleich nachhaltig den Digitalstandort Schleswig-Holstein. Wir haben unter anderem durch den DigitalHub.SH ein stetig wachsendes Open-Source-Ökosystem aufgebaut, in dem das Landesprogramm Offene Innovation eine wichtige Rolle spielt“, sagt Digitalisierungsminister Dirk Schrödter. „Unsere bisher finanzierten Projekte zeigen bereits, wie Open Source konkrete Probleme löst und dabei ganze Netzwerke voranbringt. Mit der dritten Runde wollen wir diese Erfolgsgeschichte fortschreiben, und noch mehr innovative Ideen verwirklichen.“
Der Call for Concepts 2026 richtet sich an alle öffentlichen und gemeinnützigen Organisationen in Schleswig-Holstein, die gemeinsam mit lokalen IT-Unternehmen Lösungen für reale Digitalisierungsbedarfe entwickeln möchten. Finanziert werden Ideen in vier Kategorien:
• Funktionserweiterungen bestehender Open-Source-Lösungen,
• Schnittstellen zwischen Fachverfahren und Office-Software,
• komplett neue Entwicklungen für administrative Abläufe,
• Migration von Closed-Source- zu Open-Source-Systemen.
„Die Offenheit und Nachnutzbarkeit der entwickelten Lösungen sind zentrale Ziele des Programms. Wir setzen darauf, dass auch der Call for Concepts 2026 wieder zahlreiche konkrete Projekte und Produkte hervorbringt, die echte Mehrwerte für Verwaltungen und gemeinnützige Organisationen schaffen," betont Alexander Rosenthal, Projektleiter des DigitalHub.SH. „Gerne unterstützen wir alle Interessierten bei der Partnerfindung und Schärfung ihrer Ideenansätze.“
Bewährte Innovationsbereiche aus den bisherigen Runden – wie Prozessautomatisierung, KI-gestützte Lösungen, Semantic Web, Datenintegration und nachhaltige Digitalisierung administrativer Prozesse – geben wieder eine Orientierung für Teilnehmende. Darüber hinaus sind Organisationen eingeladen, auch ganz neue Ansätze und Herausforderungen einzubringen.
Die offizielle Einreichungsphase läuft bis zum 28. April 2026. Weitere Informationen zu den Teilnahmebedingungen und zum Bewerbungsprozess sind auf www.digitalhub.sh verfügbar.
Über den DigitalHub.SH und das Landesprogramm Offene Innovation Der DigitalHub.SH betreut im Auftrag der Staatskanzlei Schleswig-Holstein das Landesprogramm Offene Innovation. Es finanziert Projekte, die digitale Abläufe in Verwaltungen sowie öffentlichen und gemeinnützigen Organisationen schneller, effizienter und flexibler gestalten. Die entwickelten Lösungen basieren auf offener Software und stärken so die digitale Souveränität der Beteiligten. Jährlich können interessierte Organisationen aus ganz Schleswig-Holstein gemeinsam mit Partnern aus der regionalen Digitalwirtschaft ihre Projektideen einreichen und so den Open-Source-Ansatz der Landesregierung aktiv mitgestalten.
