Engagementstrategie Schleswig-Holstein

Ehrenamtliches Engagement ist eine große Bereicherung weit über das Gemeinwesen vor Ort hinaus. Freiwilliges Engagement ist gelebte Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und stärkt die Gemeinschaft. Damit ist Engagement ein wichtiger Beitrag für eine lebendige Demokratie.

Bürgerschaftliches und freiwilliges Engagement steht heute vor vielen Herausforderungen. Zu nennen wären da zum Beispiel die Digitalisierung, neue Engagementformen und Neumitgliederwerbung, aber auch der demografische Wandel und allzu homogene Vereinsstrukturen. 

Mit der Engagementstrategie Schleswig-Holstein möchte das Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung das freiwillige Engagement nachhaltig stärken und gemeinsam mit weiteren Akteur*innen Antworten auf die Herausforderungen finden. Das freiwillige und bürgerschaftliche Engagement der Schleswig-Holsteiner*innen soll sichtbarer werden und mehr Wertschätzung erfahren. Ziel ist es, die engagementförderlichen Strukturen in Schleswig-Holstein weiter auszubauen.

Vorerst bis Ende 2022 sollen in fünf Bereichen diverse Maßnahmen und Veranstaltungen sowohl einen dialogorientierten Austausch mit und zwischen Vereinen, Ehrenamtlichen und Institutionen ermöglichen, als auch helfen, Handlungsansätze herauszuarbeiten sowie die Strukturen zu stärken und auszubauen.

Gemeinsam mit vielen Partnern geht das federführende Sozialministerium diese Aufgabe in fünf Handlungsfeldern an:

Neue Impulse für das Engagement
  • Eine hauptamtliche Koordinierung der LAG der Freiwilligenagenturen Schleswig-Holstein (lagfa sh) ermöglicht seit 2020 eine Weiterentwicklung der Arbeitsgemeinschaft. Mittlerweile ist der Organisationsprozess der lagfa sh weit fortgeschritten. Es wurde eine Geschäftsordnung erarbeitet und ein formales Beitrittsverfahren ist die Grundlage für eine neue qualitative Zusammenarbeit. Die lagfa sh ist aktiver Kooperationspartner der Engagementstrategie und beteiligt sich u.a. an der Ausgestaltung des Projekts „Inklusives Engagement“ im Rahmen des Landesaktionsplanes 2.0 UN-BRK sowie an der AG „Schuljahr des Ehrenamts“ des MBWK. Mehr Infos: www.lagfa-sh.de
  • Neue Angebote von kostenfreien „Info-Formaten“ bei den Volkshochschulen sollen in der Fläche dafür sorgen, dass Engagierte und Vereine vor Ort niedrigschwelligen Zugang haben zu engagementrelevanten Themen wie Vereinsrecht, Vereinsfinanzen, Kommunikation im Verein, Vereins-(Re-)Organisation u.a. Trotz der Einschränkungen durch die Pandemie konnten Volkshochschulen für die Organisation der Info-Formate gewonnen werden, u.a. in Kiel, Preetz und Plön. In 2021 fand die überwiegende Zahl der Angebote digital statt. (Weitere Infos: https://engagiert-in-sh.de/fortbildung/buergerakademie/ )
  • Mit dem Format der Dialogforen Engagement für Ehrenamtskoordinatorinnen und -koordinatoren etabliert sich eine dringend notwendige Vernetzungsstruktur in Schleswig-Holstein zur Stärkung der Engagementpolitik. Bisher haben in organisatorischer Verantwortung des MSGJFs drei Dialogforen Engagement stattgefunden, zwei davon in digitaler Form. Themen waren Engagement und Digitalisierung – Fluch oder Segen?“, „Digitalisierung in der ehrenamtlichen Praxis“ und „Zukunftsfragen des ehrenamtlichen Engagements“. Es haben jeweils 60-80 Fachkräfte aus der Ehrenamtskoordination in den Kommunen und Verbänden teilgenommen. (Dokumentation: Zukunftsfragen des ehrenamtlichen Engagements im 3. Dialogforum Engagement | Engagiert-in-sh ).
    Das Dialogforum vom 21.06.2022 unter dem Thema "Wie steht es um das ehrenamtliche Engagement in Schleswig-Holstein?" finden Sie mit Beschreibung und Unterlagen hier.
  • Ein erstes Ergebnis der Vernetzung ist das kleine, aber feine Format „Digitaler Coffee Talk“, das sich vertieft digitalen Anwendungen, Tools und dem Umgang mit diesen Medien widmet. Digitales Engagement und die Nutzung digitaler Medien im Engagement nehmen stetig zu. Daher besteht besonderer Informations- und Qualifizierungsbedarf, dem trägt der Digitale Coffee Talk seit 2021 einmal im Quartal Rechnung. Projektträger ist der e-punkt - die Freiwilligenagentur für Lübeck. (Mehr Infos: https://epunkt.org )
  • Das Beratungsangebot für Kommunen wurde pandemiebedingt 2020/2021 nur wenig nachgefragt. Jedoch gab es rege Nachfrage nach dem vom Kompetenzteam Engagement des Paritätischen Labdesverbandes angebotenen Zertifizierungskurs: "Organisationsberatung für Vereine". Diese Fortbildung wird 2022 erneut angeboten. (Mehr Infos: www.paritaet-sh.org/themen/engagement-gemeinwesen/kommunale-engagementfoerderung.html )
  • In Schleswig-Holstein gibt es mittlerweile sechs Städte, die dem bundesweiten Netzwerk Engagierte Stadt angehören. Das Konzept zum Aufbau kommunaler Infrastruktur für Engagement und Beteiligung in Städten und Gemeinden ist so überzeugend und nachhaltig, dass Schleswig-Holstein im Oktober 2021 dem Netzwerk als Länderpartner beigetreten ist ( www.engagiertestadt.de).

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Gezielte Unterstützung durch ein Förderprogramm

Das Förderprogramm richtet sich an Kommunen, die ihre kommunalen Rahmenbedingungen engagementfreundlicher aufbauen oder weiterentwickeln wollen. Förderfähig sind Personal- und Sachkosten für Projekte, Maßnahmen, Koordinierungsaufgaben, Netzwerkarbeit sowie Beratung und Qualifizierung von Ehrenamtlichen, bzw. Vereinen.

In 2022 nahmen 18 Kommunen an dem Programm teil. Die Bandbreite reicht dabei von der Landeshauptstadt Kiel bis zur Gemeinde Damp, von Glückstadt bis Flensburg. Dabei kommen unterschiedliche und kommunenspezifische Herangehensweisen und Ansätze zum Tragen. Es gibt Vereinskümmerinnen, Engagementmanagerinnen und Ehrenamtscoachs. Manche als Einzelkämpfer, viele schon in Kooperation mit freien Trägern und Verwaltung. Die Vernetzung und Qualifizierung durch die sog. „Kommunale Werkstatt“ wurde in Präsenz und wenn das nicht möglich war, digital durchgeführt. So wurde in 2021 eine digitale „Kollegiale Beratung“ angeboten. Bei allen Maßnahmen standen neben dem fachlichen Austausch insbesondere Themen der kommunalen Engagementförderung sowie die fachliche Weiterqualifizierung im Vordergrund. Alle Programmkommunen hatten die Gelegenheit sich auf dem Engagementportal mit einem Portrait vorzustellen und sich mit Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit zu versorgen.
(Details: https://engagiert-in-sh.de/programmkommunen/ | Engagiert-in-sh )

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Weiterentwicklung der Instrumente

Bereits in 2020 wurde in Zusammenarbeit mit dem nettekieler Ehrenamtsbüro und der LAG der Freiwilligenagenturen SH die Struktur der Ehrenamtsmessen/Ehrenamtsforen modernisiert. Diese sind nunmehr an keine Zeitvorgaben mehr gebunden, organisieren sich über die LAG der Freiwilligenagenturen (lagfa sh) und können vom Sozialministerium finanziell unterstützt werden.

Auf Bundesebene wird die Ehrenamtskartezu einer digitalen Karte weiterentwickelt. Daran will sich Schleswig-Holstein beteiligen. Darüber hinaus wird im August 2022 ein Aufruf für neue Bonuspartner für die Ehrenamtskartegestartet. Mehr Infos dazu: Schleswig-Holstein sagt danke – mit der Ehrenamtskarte!

Gemeinsam mit einer Agentur und dem Landesverband der Volkshochschulen wird das zentrale Engagementportal engagiert-in-sh.de regelmäßig modernisiert, weiter ausgebaut und neuen Erfordernissen angepasst. Die Info-Inhalte werden stetig ausgebaut und aktuell gehalten.
https://engagiert-in-sh.de/engagementstrategie-sh/

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Interministerieller Workshop

In allen Ressorts werden direkt oder indirekt ehrenamtliche Strukturen/Vereine gefördert, so zum Beispiel im Katastrophenschutz, bei der freiwilligen Feuerwehr, im Sport, bei den Jugendverbänden, den Betreuungsvereinen und im Naturschutz (siehe LT Bericht Drs. 18/4652). Der interministerielle Workshop dient dem abgestimmten Vorgehen und der gemeinsamen Weiterentwicklung bei der Stärkung des Engagements (seit Herbst 2019). Themen sind: Bestandsaufnahme der ehrenamtlichen Akteur*innen und Förderaktivitäten, Identifizierung von Schnittstellen und Handlungsnotwendigkeiten, Entwicklung von zielgruppenspezifischen Ansätzen.

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Sichtbare Präsenz

Ca. 43 % der Schleswig-Holsteiner*innen engagieren sich. Das sind über eine Millionen Menschen. Ihre Verdienste zu würdigen (Anerkennungskultur), sie zu beteiligen und zu qualifizieren sind Herausforderungen der Engagementstrategie Schleswig-Holstein. Eine medien- und öffentlichkeitswirksame Kampagne unterstützt diese Anliegen landesweit.

Seit Mai 2020 findet das Thema Engagement/Engagementstrategie regelmäßig Platz auf dem Facebook-Account des Sozialministeriums. Die Nutzung der Sozialen Medien machte aktivierende „Facebook“-Aktionen möglich, wie die Mitmach-Aktion „EHRENmenschen“ (2020/21), „Inklusives Engagement“, „Heiß auf Ehrenamt“ und die Präsentation aller Programmkommunen.
(Siehe: www.facebook.com/Sozialministerium.SH)

 

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