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Programmkommune

Stadt Neumünster

Projekt „Ehrenamtskoordination”

Ansprechpartner*in

Kristin Meier
Thorsten Müns
Ehrenamtskoordination

DRK KV Neumünster e.V.
Koordinierungsstelle Ehrenamt
Schützenstraße 14-16
24534 Neumünster

Telefon:
Kristin Meier: 04321 4191-23
Thorsten Müns: 04321 4191-13

E-Mail:
Ehrenamt@~@drk-nms.de
 

GEMEINDE IN ZAHLEN

83.853

Einwohner*innen (31.12.2025)

Was ist das Besondere an Ihrer Stadt?
Neumünster zeichnet sich durch eine sehr vielfältige und lebendige Engagementlandschaft aus. Viele Menschen übernehmen freiwillig und unentgeltlich Verantwortung für das Gemeinwohl – in der Sozial-, Jugend- und Integrationsarbeit, im Naturschutz, in Kirchen und Seelsorge, in Hilfsorganisationen, bei den freiwilligen Feuerwehren, im Technischen Hilfswerk, in Vereinen, Beiräten, Initiativen und politischen Gremien. Das Engagement reicht vom kurzfristigen, projektbezogenen Einsatz bis zur langfristigen Übernahme verantwortlicher Aufgaben, etwa in Vereinsvorständen oder kontinuierlichen sozialen Angeboten.

Besonders ist dabei, dass Neumünster bereits über viele engagierte Einzelpersonen, Vereine, Verbände, Initiativen und professionelle Unterstützungsstrukturen verfügt, zugleich aber den Anspruch hat, diese Strukturen stärker zu bündeln, sichtbarer zu machen und strategisch weiterzuentwickeln. Engagementförderung wird in Neumünster als Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, zur demokratischen Teilhabe und zur aktiven Mitgestaltung des Lebensumfeldes verstanden.

Beschreiben Sie die Engagementlandschaft in Neumünster
Die Engagementlandschaft in Neumünster ist breit aufgestellt und umfasst zahlreiche Handlungsfelder. Innerhalb der Stadtverwaltung bestehen bereits verschiedene engagementbezogene Strukturen, etwa in den Bereichen Integration, Teilhabe, Demokratiebildung, Stadtteilbeiräte, Kinder- und Jugendbeteiligung, Seniorenarbeit, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Quartiersmanagement, Kultur- und Sportförderung sowie Stadtentwicklung.

Außerhalb der Stadtverwaltung ist insbesondere die Freiwilligen-Agentur des DRK-Kreisverbands Neumünster eine wichtige Anlaufstelle für Menschen, die sich engagieren möchten, sowie für gemeinnützige Organisationen, Vereine und Verbände mit Unterstützungsbedarf. Darüber hinaus gibt es weitere engagementfördernde Akteure, unter anderem Koordinatorinnen und Koordinatoren bei Trägern wie der Brücke Schleswig-Holstein und der Diakonie Altholstein, Engagementbereiche beim Malteser Hilfsdienst sowie Angebote der AWO, etwa im Bereich der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe.

Der DRK-Kreisverband Neumünster ist dabei seit Jahrzehnten ein zentraler Akteur des freiwilligen Engagements in der Stadt. Er betreibt unter anderem soziale Einrichtungen, eine Kontaktstelle Selbsthilfe, Angebote in der Migrationsarbeit, Kindertagesstätten, Jugendrotkreuz, Bereitschaften, Besuchsdienste, Erste-Hilfe-Kurse, Seniorenangebote, den DRK-Laden und die Freiwilligen-Agentur. Im Zeichen des Roten Kreuzes arbeiten in Neumünster rund 280 hauptamtliche Mitarbeitende sowie über 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.

Zugleich wird deutlich, dass die bestehenden Strukturen bislang vielfach nebeneinanderstehen. Engagementförderung bezieht sich häufig auf einzelne Handlungsfelder oder Zielgruppen. Eine systematische gesamtstädtische Vernetzung der dezentralen Koordinierungs- und Unterstützungsstrukturen ist bisher noch nicht ausreichend etabliert. Genau hier setzt das Projekt an.

Welche engagementfördernden Strukturen gibt es bereits bzw. wollen Sie im Rahmen des Projektes aufbauen und weiterentwickeln?
Bereits vorhanden sind in Neumünster verschiedene engagementfördernde Strukturen: die Freiwilligen-Agentur des DRK, engagementbezogene Zuständigkeiten in mehreren Fachdiensten der Stadtverwaltung, Stadtteilbeiräte, Kinder- und Jugendbeteiligung, Seniorenbeirat und seniorTrainer, Quartiersarbeit, Ehrenamtsempfang, Ehrenamtsmesse sowie die Ehrenamtskarte als Form der Anerkennung. Zudem bestehen bei mehreren freien Trägern eigene Koordinierungs- und Vermittlungsstrukturen.

Im Rahmen des Projektes soll darauf aufbauend eine hauptamtliche Koordinierungsstelle Ehrenamt eingerichtet bzw. weiterentwickelt werden. Ziel dieser Stelle ist die Planung, Koordination und Weiterentwicklung ehrenamtlicher Strukturen im kommunalen Raum Neumünster. Sie soll Bürgerinnen und Bürger sozialpädagogisch begleiten, Engagementprozesse stabilisieren, Bedarfe im Sozialraum analysieren, Maßnahmen ableiten, unterrepräsentierte Zielgruppen ansprechen und Kooperationen mit Vereinen, Initiativen, Institutionen, kommunalen Stellen und sozialen Trägern aufbauen und pflegen.

Konkret sollen folgende Strukturen aufgebaut bzw. gestärkt werden: die Freiwilligen-Agentur Neumünster als zentrale Anlauf- und Vermittlungsstruktur, ein regelmäßiger „Runder Tisch Ehrenamt Neumünster“, ein modulares Qualifizierungsprogramm, eine digitale Ehrenamtsplattform, eine interaktive Ehrenamtslandkarte, eine zentrale Ehrenamtsdatenbank, ein regelmäßiger Ehrenamts-Newsletter sowie öffentlichkeitswirksame Kampagnen und Veranstaltungen wie Ehrenamtsmessen.

Das Projekt verfolgt dabei konkrete Zielmarken: Bis Ende 2026 soll ein Netzwerk mit bis zu 20 aktiven Partnern etabliert werden. Bis Ende 2028 sollen bis zu 120 neue Ehrenamtliche gewonnen werden, davon mindestens 30 Prozent aus bisher unterrepräsentierten Zielgruppen. Außerdem sollen bis zu 100 Ehrenamtliche qualifiziert, eine öffentlich zugängliche digitale Landkarte mit mindestens 30 Angeboten aufgebaut und eine Datenbank mit mindestens 120 Ehrenamtlichen und 20 Organisationen eingerichtet werden.

Welche zukünftigen Herausforderungen bezogen auf das freiwillige Engagement in Ihrer Stadt sehen Sie?
Zentrale Herausforderungen liegen in der fehlenden gesamtstädtischen Koordination, der teilweise geringen Transparenz über vorhandene Engagementmöglichkeiten, der noch nicht ausreichenden Vernetzung der Akteure sowie im wachsenden Bedarf an Qualifizierung, Digitalisierung und Nachwuchsgewinnung. Zudem sind bestimmte Gruppen im Engagement bisher unterrepräsentiert, etwa junge Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund, Seniorinnen und Senioren mit Zugangsbarrieren sowie Menschen in sozial benachteiligten Lebenslagen.

Hinzu kommen gesamtgesellschaftliche Entwicklungen, die auch Neumünster betreffen: eine alternde Gesellschaft, zunehmende räumliche und zeitliche Mobilität, veränderte Lebens- und Arbeitsrhythmen, neue Formen von Engagement sowie veränderte Erwartungen an freiwillige Tätigkeiten. Engagement muss heute stärker flexibel, niedrigschwellig, sichtbar, digital unterstützt und passgenau zu den Lebenssituationen der Menschen gestaltet werden.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, langfristige Verantwortungsübernahme – etwa Leitungsfunktionen in Vereinen, Initiativen oder Verbänden – weiterhin attraktiv zu halten. Gleichzeitig müssen neue, kurzfristige, projektbezogene und digitale Engagementformen stärker berücksichtigt werden. Wichtig wird außerdem sein, soziale Hürden abzubauen, neue Zielgruppen zu erreichen, Anerkennungskultur weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, Zivilgesellschaft, Vereinen, Wohlfahrtsverbänden, Schulen, Senioreneinrichtungen, Migrantennetzwerken und Wirtschaft zu verbessern.

Welche Schritte planen Sie als nächstes?
Als nächster Schritt ist der Aufbau der Koordinierungsstelle Ehrenamt vorgesehen. Diese soll als zentrale Schnittstelle für Beratung, Vermittlung, Vernetzung, Qualifizierung, Öffentlichkeitsarbeit, Digitalisierung und Qualitätssicherung wirken. Sie verbindet operative Einzelfallarbeit mit strukturentwickelnder Tätigkeit und soll die vorhandenen Engagementstrukturen in Neumünster systematisch weiterentwickeln.

Für den Projektzeitraum vom 01. März 2026 bis 31. Dezember 2028 ist ein mehrstufiges Vorgehen vorgesehen. In der Startphase sollen zunächst die bestehenden ehrenamtlichen Angebote analysiert, Bedarfe bei Organisationen und Ehrenamtlichen erhoben, digitale Lösungen geprüft, Netzwerkpartner identifiziert und ein verbindlicher Umsetzungsplan erstellt werden.

In der anschließenden Aufbauphase sollen die digitale Ehrenamtsplattform, die zentrale Ehrenamtsdatenbank, die interaktive Ehrenamtslandkarte, der monatliche Newsletter und das lokale Ehrenamtsnetzwerk aufgebaut werden. Danach folgen Qualifizierung und Vernetzung: Dazu gehören modulare Schulungen, der regelmäßige „Runde Tisch Ehrenamt Neumünster“, der Ausbau des Netzwerks, öffentlichkeitswirksame Kampagnen, Ehrenamtsmessen und die gezielte Gewinnung neuer Ehrenamtlicher aus unterrepräsentierten Gruppen.

Zum Projektende ist eine Evaluations- und Verstetigungsphase geplant. Dabei sollen die Zielerreichung überprüft, ein Wirkungs- und Nachhaltigkeitsbericht erstellt, die dauerhafte Finanzierung und Fortführung der Koordinierungsstelle vorbereitet sowie Plattform und Datenbank in einen Regelbetrieb überführt werden. Ziel ist, die aufgebauten Strukturen dauerhaft im kommunalen Raum Neumünster zu verankern und damit die Freiwilligen-Agentur, den Runden Tisch, digitale Instrumente und Qualifizierungsangebote nachhaltig fortzuführen.

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