
Stadt Lübeck
Projekt „Koordination Ehrenamt "
Ansprechpartnerin
Mariya Reznikova
Kommunale Ehrenamtskoordinatorin
Stadt Lübeck
Kronsforder Allee 2-6
23560 Lübeck
Telefon:
0451 122 2028
E-Mail:
mariya.reznikova@~@luebeck.de
Internet:
Engagement und Ehrenamt

GEMEINDE IN ZAHLEN
mehr als 223.262
Einwohner*innen
Was ist das Besondere an Ihrer Stadt?
Die Hansestadt Lübeck verbindet als UNESCO-Welterbe eine starke Tradition des bürgerschaftlichen Engagements mit einer modernen und strategischen Engagementförderung. Ehrenamt wird in Lübeck als gemeinsame Aufgabe von Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik verstanden. Mit der Stabsstelle Migration und Ehrenamt verfügt die Stadt über eine kommunale Koordinierungsstelle, die gemeinsam mit der Freiwilligenagentur ePunkt e.V. im bewährten „Tandem Ehrenamt“ arbeitet. Ergänzt wird diese Kooperation durch die Interkulturelle Begegnungsstätte e.V. – Haus der Kulturen, die ihre besondere Expertise in den Bereichen Teilhabe, Migration, Quartiersarbeit sowie der Stärkung von Engagementstrukturen vulnerabler Gruppen einbringt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt derzeit auf der Entwicklung einer kommunalen Engagementstrategie, die 2026 abgeschlossen werden soll. Sie bildet die Grundlage für die strategische Weiterentwicklung der Engagementförderung in Lübeck.
Beschreiben Sie die Engagementlandschaft in Lübeck.
Lübeck verfügt über eine vielfältige und lebendige Engagementlandschaft. Mehrere hundert Vereine, Initiativen, Selbsthilfegruppen, Verbände und lose Zusammenschlüsse engagieren sich in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen – von Sport, Kultur und Umwelt über Soziales, Integration und Bildung bis hin zu Nachbarschaftshilfe, Erinnerungskultur und Katastrophenschutz. Neben langjährig etablierten Organisationen entstehen zunehmend neue, projektbezogene und flexible Formen des Engagements. Besonders sichtbar wurde dies in den vergangenen Jahren durch das hohe Engagement in der Flüchtlingshilfe.
Die Engagementlandschaft ist geprägt von einer engen Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik. Regelmäßige Formate wie die EhrenamtMesse, das Forum Ehrenamt, der Tag des Ehrenamtes sowie zahlreiche Netzwerktreffen fördern den Austausch, die Vernetzung und die öffentliche Anerkennung freiwilligen Engagements. Gleichzeitig fließen die Erfahrungen und Bedarfe der Engagierten kontinuierlich in die Weiterentwicklung der kommunalen Engagementstrategie ein.
Welche engagementfördernden Strukturen gibt es bereits bzw. wollen Sie im Rahmen des Projektes aufbauen und weiterentwickeln?
Die Hansestadt Lübeck verfügt bereits über tragfähige engagementfördernde Strukturen. Zentrale Grundlage ist das „Tandem Ehrenamt“ aus der Stabsstelle Migration und Ehrenamt und der Freiwilligenagentur ePunkt e.V. Ergänzt wird diese Struktur durch die Interkulturelle Begegnungsstätte e.V. – Haus der Kulturen mit ihrer besonderen Expertise in den Bereichen Teilhabe, Migration, Quartiersarbeit und der Stärkung von Engagementstrukturen vulnerabler Gruppen.
Im Rahmen der Gesamtstrategie Ehrenamt werden diese bestehenden Strukturen weiterentwickelt. Im Mittelpunkt stehen die Umsetzung der kommunalen Engagementstrategie, die Stärkung hauptamtlicher Koordinierungsstrukturen, die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Engagierte sowie der Ausbau von Netzwerken in den Stadtteilen. Darüber hinaus sollen Qualifizierungsangebote, Beteiligungsformate, Maßnahmen zur Anerkennung des Ehrenamts sowie digitale Unterstützungsangebote weiter ausgebaut und neue Zielgruppen für freiwilliges Engagement gewonnen werden.
Welche zukünftigen Herausforderungen bezogen auf das freiwillige Engagement sehen Sie?
Das freiwillige Engagement befindet sich im Wandel. Viele Menschen möchten sich heute zeitlich flexibler und projektbezogener engagieren, während Vereine gleichzeitig langfristig Engagierte für Vorstands- und Leitungsaufgaben suchen. Hinzu kommen gesellschaftliche Veränderungen wie der demografische Wandel, eine zunehmende kulturelle Vielfalt und die fortschreitende Digitalisierung.
Eine zentrale Herausforderung besteht darin, die Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement kontinuierlich weiterzuentwickeln. Dazu gehören verlässliche Koordinierungsstrukturen, ausreichende Räume für Begegnung und Zusammenarbeit, der Zugang zu Qualifizierung und Wissen sowie eine nachhaltige Anerkennungskultur. Gleichzeitig sollen bestehende Engagementstrukturen für unterrepräsentierte und vulnerable Gruppen weiter geöffnet und digitale Werkzeuge so gestaltet werden, dass sie den Bedürfnissen der Engagierten entsprechen. Ziel ist es, freiwilliges Engagement auch zukünftig attraktiv, inklusiv und zukunftsfähig zu gestalten.
Welche Schritte planen Sie als nächstes?
Im Jahr 2026 wird die kommunale Engagementstrategie in einem breit angelegten Beteiligungsprozess fertiggestellt und der Bürgerschaft zur Beschlussfassung vorgelegt. Auf dieser Grundlage wird in den folgenden Jahren im Sinne der Engagementstrategie kontinuierlich daran gearbeitet, die Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement weiter zu verbessern. Dazu gehören der Ausbau von Netzwerken in den Stadtteilen, die stärkere Einbindung unterrepräsentierter und vulnerabler Gruppen, die Weiterentwicklung digitaler Angebote sowie die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Gleichzeitig werden bewährte Formate wie die EhrenamtMesse, das Forum Ehrenamt sowie Vernetzungs- und Qualifizierungsangebote fortgeführt und weiterentwickelt. Ziel ist es, freiwilliges Engagement nachhaltig zu stärken und Lübeck als engagementfreundliche Stadt weiterzuentwickeln.