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Landesregierung rückt das Ehrenamt in den Mittelpunkt

  • Erstellt von Hans Brüller

Die Landesregierung hat das Ehrenamt heute (1. September 2026) zum Schwerpunkt ihrer auswärtigen Kabinettssitzung in Itzehoe gemacht. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen beriet das Kabinett über aktuelle Herausforderungen und tauschte sich über die Frage aus, wie die Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement weiter verbessert werden können. Dazu entwickelt die Landesregierung auch ihre bisherige Engagementstrategie zu einer ressortübergreifenden Gesamtstrategie weiter, wie das Kabinett bei seiner Sitzung im Rathaus in Itzehoe beschlossen hat. Am Abend empfängt Ministerpräsident Daniel Günther dann in Breitenburg 80 ehrenamtlich engagierte Frauen und Männer aus allen Kreisen und kreisfreien Städten des Landes. Sie stehen stellvertretend für die vielen Menschen, die sich in Schleswig-Holstein für andere einsetzen. 

„Das Ehrenamt ist für Schleswig-Holstein von essenzieller Bedeutung. Unser Land wäre ein anderes ohne die vielen Menschen, die bereit sind, sich für andere einzusetzen. Mehr als 40 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein engagieren sich ehrenamtlich – im Sport, in den Feuerwehren, in der Kultur, in der Kommunalpolitik. Darauf können wir stolz sein“, sagte Günther. „Vielen ist gar nicht bewusst, was alles vom Ehrenamt getragen wird. Genau diese Leistung wollen wir heute in den Mittelpunkt stellen.“ 

Die Landesregierung hat das Ehrenamt im „Echt achtzig“-Jubiläumsjahr zu einem Schwerpunkt gemacht. „Neben der Anerkennung geht es uns auch um die Frage, wie freiwilliges Engagement dauerhaft attraktiv bleiben kann. Wir sehen immer häufiger, dass in einigen Bereichen der Nachwuchs fehlt, Führungspositionen schwieriger zu besetzen sind und bürokratische Anforderungen Zeit kosten, die dann für die eigentliche Arbeit fehlt“, so der Ministerpräsident. „Deswegen haben wir uns heute mit Expertinnen und Experten unter anderem darüber beraten, wie wir Engagierte von unnötigen bürokratischen Auflagen entlasten und neue Menschen für das Ehrenamt gewinnen können – und was ein Ehrenamt attraktiv macht. Unser Ziel ist klar: Wir wollen ehrenamtliches Engagement in Schleswig-Holstein noch besser unterstützen.“ 

Das Kabinett beriet dazu zwölf ressortübergreifende Punkte. Sie knüpfen an bewährte Förderungen an, entwickeln bestehende Angebote weiter und ergänzen sie gezielt. Dazu gehören unter anderem zusätzliche Angebote für Qualifizierung und Vernetzung, die Weiterentwicklung der Plattform engagiert-in-sh, ein landesweiter Ehrenamtskongress und Maßnahmen für mehr Sichtbarkeit und gegen Einsamkeit. Hinzu kommen die Unterstützung des Ehrenamts im Sport, im Bevölkerungsschutz, bei den Feuerwehren und in der Wasserrettung sowie die Stärkung der Mehrgenerationenhäuser und landesweiter Kooperationspartner. 

Für Vorhaben, die noch 2026 angestoßen oder vorbereitet werden, werden 465.000 Euro aus vorhandenen Mitteln umgesteuert. Der Haushaltsentwurf für 2027 sieht für das allgemeine Ehrenamt und die Seniorenpolitik zusätzlich 250.000 Euro pro Jahr vor. Die beratenen Punkte bilden zugleich eine Grundlage für die ressortübergreifende Gesamtstrategie Ehrenamt, die im Dezember vom Kabinett beschlossen werden soll. Verbände und Interessenvertretungen werden in die weitere Erarbeitung einbezogen. 

Sozialministerin Aminata Touré: „So wie Ehrenamtliche unsere Gesellschaft stützen, stärken wir das Ehrenamt. Wir nehmen als Sozialministerium schon jetzt jährlich 2,7 Millionen Euro in die Hand, um die wertvollen ehrenamtlichen Strukturen im Land zu unterstützen. Diese Summe wird um 250.000 Euro pro Jahr aufgestockt. Damit wollen wir das Ehrenamt noch sichtbarer machen und mehr Menschen für freiwilliges Engagement begeistern. Außerdem legen wir einen besonderen Fokus auf den Kampf gegen Einsamkeit, indem wir die Mittel für die Mehrgenerationenhäuser erhöhen und die digitale Teilhabe von Seniorinnen und Senioren unterstützen. Ehrenamt ist vielfältig und im Wandel - so wie unsere Gesellschaft auch. Deshalb arbeiten wir zusätzlich ressortübergreifend an einer Gesamtstrategie, um das Ehrenamt auch langfristig zu stärken.“ 

Innenministerin Magdalena Finke: „Die Arbeit der Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler ist in so vielen Bereichen unseres täglichen Lebens unverzichtbar – zum Beispiel bei den Freiwilligen Feuerwehren, beim Katastrophenschutz, in unseren Sportvereinen oder in der Kommunalpolitik. Deshalb ist es auch für mich ein persönliches Anliegen, nicht nur immer wieder den Dank und die tiefe Anerkennung gegenüber allen Ehrenamtlichen auszusprechen, sondern diese Bereiche auch weiter zu stärken, in dem wir Aus- und Fortbildungen finanziell unterstützen oder die Ausstattung verbessern. Außerdem wollen wir die Bedeutung des Ehrenamtes noch stärker im Bewusstsein der Menschen verankern. Deshalb werden wir den Bevölkerungsschutztag, der auch der Anerkennung des Ehrenamtes dient, künftig jährlich durchführen, statt wie bisher alle zwei Jahre und bringen ihn auch in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium an die Schulen.“ 

Die auswärtige Kabinettssitzung ist Teil des Jubiläumsjahres 80 Jahre Land Schleswig-Holstein. Nach dem Auftakt im Mikkelberg Center in Hattstedt zum Minderheitenschutz stand in Itzehoe das Ehrenamt im Mittelpunkt. Expertinnen und Experten berichteten dem Kabinett aus der Praxis – von Sport und Kultur über soziale Dienste bis hin zu Katastrophenschutz, Umwelt- und Naturschutz, Integration und Bildung. Im Anschluss erhielt das Kabinett bei den Itzehoer Eagles Einblicke in die ehrenamtliche Jugendarbeit im Breitensport. 

Am Abend würdigt Günther bei einem Empfang in Breitenburg 80 ehrenamtlich engagierte Frauen und Männer. „Sie setzen ihre Zeit und ihre Talente für andere ein und werden aktiv, wo etwas zu tun ist. Der 80. Geburtstag unseres Landes ist ein sehr guter Anlass, dafür Danke zu sagen – den 80 Frauen und Männern persönlich in Breitenburg und stellvertretend allen, die Schleswig-Holstein jeden Tag mittragen“, sagte der Ministerpräsident. 

12 Punkte Plan der Landesrgierung (PDF Datei zum Download, Größe 50 KB)

 

MP Daniel Günther© Frank Peter