Immer mehr schleswig-holsteinische Gemeinden machen sich auf den Weg, vor Ort die Stelle einer Dorfkümmerin oder eines Dorfkümmerers einzurichten. Diese unterstützen Menschen im Alltag, stärken das Miteinander im Dorf und sind häufig wichtige Ansprechpersonen für Bürger*innen, Vereine, Ehrenamt und Verwaltung. Doch wie kann eine solche Stelle in der eigenen Kommune etabliert werden? Welche Aufgaben kann eine Dorfkümmererin übernehmen und welche Rahmenbedingungen gilt es zu beachten? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt ab sofort ein neuer Leitfaden des Dorfkümmerer*innen-Netzwerks Schleswig-Holstein.
Die Handreichung richtet sich insbesondere an Gemeindevertretungen, Kommunen und engagierte Bürger*innen, die die Einrichtung einer Dorfkümmerer*innen-Stelle erwägen oder bereits konkret planen. Sie bietet Orientierung und praxisnahe Hilfestellungen für die erfolgreiche Etablierung und gibt Einblicke in die unterschiedlichen Aufgabenfelder und Gestaltungsmöglichkeiten.
Sozialministerin Aminata Touré betont die Bedeutung der Dorfkümmerer*innen: „Ich bin wirklich begeistert von der Arbeit der Dorfkümmerer*innen. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur ländlichen Daseinsvorsorge und fördern die soziale Teilhabe und die zukunftsfähige Entwicklung auf dem Land. Wir unterstützen die großartige Arbeit der Koordinierungsstelle gerne, denn da wird tolle Arbeit geleistet!“
Seit 2019 begleitet die Akademie für die ländlichen Räume Schleswig-Holsteins e.V. (ALR) die stetig wachsende Zahl der Dorfkümmerer*innen im Land. Aus dem zunächst losen Zusammenschluss engagierter Menschen ist mittlerweile ein landesweites Netzwerk mit mehr als 50 Engagierten entstanden. Mit der Aufnahme der ALR als Kooperationspartnerin in die Engagementstrategie Schleswig-Holsteins und der Förderung durch das Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung (MSJFSIG) konnte im November 2024 eine landesweite Koordinierungsstelle für das Dorfkümmerer*innen-Netzwerk geschaffen werden.
„Dorfkümmererinnen sind eine Antwort auf die zunehmenden Herausforderungen des ländlichen Raums. Mit dem landesweiten Netzwerk stärken wir die Engagierten, die sich gegen die drohende Vereinsamung der Menschen einsetzen“, sagt Juliane Rumpf, Vorsitzende der ALR SH e.V.. „Der neue Leitfaden soll nun auch Kommunen und Gemeindevertretungen dabei unterstützen, das Modell der Dorfkümmerer*innen für die eigene Gemeinde nutzbar zu machen und eine passende Struktur vor Ort zu entwickeln.“
Die Ausgestaltung einer Dorfkümmerer*innen-Stelle kann dabei ganz unterschiedlich aussehen. Dorfkümmerer*innen sind keine klassische Berufsgruppe, sondern übernehmeneine Funktion, die sich an den jeweiligen Bedürfnissen vor Ort orientiert. Sie können beispielsweise als Alltagshelfer*innen, Netzwerker*innen, Ehrenamtskoordinatori*nnen oder Dörpsmanager*innen tätig sein. Je nach Kommune können ihre Aufgaben von der Organisation von Fahrdiensten und Veranstaltungen über die Unterstützung von Vereinen und Ehrenamtlichen bis hin zur Vermittlung zwischen Bürger*innen, Verwaltung und weiteren lokalen Akteur*innen reichen.
Der neue Leitfaden greift das zunehmende Interesse am Modell der Dorfkümmerer*innen auf und bündelt Erfahrungen aus der Praxis. Er soll Gemeinden dabei helfen, die ersten Schritte zu planen, örtliche Bedarfe zu identifizieren und die Rahmenbedingungen für eine Dorfkümmererinnen-Stelle zu gestalten.
Der Leitfaden ist ab sofort sowohl in gedruckter als auch in digitaler Form erhältlich. Die digitale Version steht auf der Website des Dorfkümmererinnen-Netzwerks Schleswig- Holstein unter dorfkuemmerer-sh.de zum Download bereit. Interessierte Kommunen und Gemeindevertretungen können die gedruckte Ausgabe über die Koordinierungsstelle des Dorfkümmererinnen-Netzwerks Schleswig-Holstein bei der Akademie für die ländlichen Räume Schleswig-Holsteins e.V. beziehen (info@alr-sh.de).
Kontakt:
Koordinierungsstelle Dorfkümmerer*innen SH
Anne Jessen, anne.jessen@~@alr-sh.de, +49 4347 704667
