Projekt „Engagement fördern“ des Diakonischen Werks Husum wird gefördert

Erstellt von Sonja Wenzel || Engagementstrategie, 2021 

„Ich freue mich, dass der Kreis Nordfriesland den Antrag auf Förderung des Projekts unterstützen konnte. Wir brauchen das Diakonische Werk Husum als starken Partner in allen Lebensbereichen, der ehrenamtliches Engagement für schnelle, unkomplizierte Hilfen von Mensch zu Mensch miteinbezieht. Es ist wichtig, das Ehrenamt im kommunalen Raum zu stärken, denn ohne dieses kommen wir nicht aus“, sagte Christian Grelck, Leiter des Fachbereichs „Arbeit und Soziales“ beim Kreis Nordfriesland während eines Pressegesprächs, bei dem das Projekt „Engagement fördern“ des Diakonischen Werks Husum vorgestellt wurde. Finanziell gefördert wird das Vorhaben für etwa zweieinhalb Jahre mit rund 144.000 Euro vom Land Schleswig-Holstein. Es ist in verschiedene Teilprojekte gegliedert und richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen.

Das Projekt des Diakonischen Werks ist eine Antwort auf das Landesprogramm „Engagementstrategie Schleswig-Holstein“ unter der Federführung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren. Damit möchte die Landesregierung den freiwilligen Einsatz der Bürgerinnen und Bürger für das Gemeinwohl sowie Vereine und Institutionen fördern, unterstützen und entwickeln. Im DW Husum haben etwa 300 Ehrenamtliche verschiedene Aufgaben übernommen: „Das bürgerschaftliche Engagement zieht sich durch alle Bereiche und ist eine wichtige Säule unserer Arbeit“, erklärte Geschäftsbereichsleiterin Adelheit Marcinczyk. Die Facetten des Projekts sind vielfältig, denn Ehrenamtliche bringen viele Ressourcen aus ihrer eigenen Lebenserfahrung mit und würzen ihre freiwillige Aufgabe mit Schwung und frischen Ideen. Deshalb bedarf ehrenamtliches Engagement einer ausgefeilten Unterstützungsstruktur durch hauptamtlich Mitarbeitende mit Service, Begleitung und Beratung sowie möglicherweise durch „Schnuppertage“ in bestimmten Abteilungen. Notwendig ist es auch, den Austausch und die Vernetzung mit weiteren Fachstellen, Vereinen und Institutionen zu fördern. Darüber hinaus ist die Qualifizierung Ehrenamtlicher bedeutsam sowie die Prüfung, wer sich für welche Tätigkeit am besten eignet. Auch muss eine „Kultur des Verabschiedens“ entwickelt werden.

Claudia Böskens, neue Ehrenamtskoordinatorin auf Eiderstedt und Antje Henrich, unter anderem zuständig für die Entwicklung von Ehrenamtsstrategien und Quartiersentwicklung, organisieren das Projekt. „Der Bedarf bestimmt das Ehrenamt im Bereich Migration. Es steht ein Pool von Instrumentarien zur Verfügung“, betonte Claudia Böskens. Ein Projekt-Schwerpunkt ist Migration: „Wichtig sind die Vermittlung von Schreib- und Rechenkompetenz, die Hausaufgabenhilfe und die Begleitung zum Schulabschluss. Vieles davon wird bereits umgesetzt. Es sollen Sprachpatenschaften installiert werden, die aus der Abschottung herausführen und mehr Teilhabe am Leben bringen.“ Darüber hinaus ist beabsichtigt, Menschen mit Fluchterfahrung für das Ehrenamt zu gewinnen, was teilweise auch schon erfolgreich passiert. Sie helfen mit bei der Tafel oder fungieren als „Bringdienst“ für Einkäufe.

Antje Henrich möchte bürgerschaftlichem Engagement „ein Gesicht geben“ und dessen Präsenz fördern. Teilprojekte sollen transparent und durchlässig gestaltet werden. Eine Art „Checkliste“ für Leitende von Einzelprojekten soll zugänglich gemacht und in die Homepage eingebaut werden: „Die Liste enthält beispielsweise Informationen über Räumlichkeiten, Aufwandsentschädigungen oder Honorare.“ Sie möchte an die Gepflogenheiten der nachwachsenden Generation andocken und soziale Medien nutzen, um auch junge Menschen für ehrenamtliche Arbeit zu begeistern. „Dazu gehört unter anderem die Errichtung von Coworking Spaces“, umriss sie ihre Aufgaben. Ihre Absicht ist es zudem, Ältere mit digitalen Infrastrukturen vertraut zu machen. Das Projekt „Engagement fördern“ ist generationsübergreifend zu verstehen und, so Heike Bayer, Geschäftsbereichsleitung des Mehrgenerationenhauses und der Familienbildungsstätte, „verzahnt mit bestehenden Einrichtungen wie der Quartiersentwicklung“. Es sei bewusst im Mehrgenerationenhaus angesiedelt worden. Bürgerschaftliches Engagement solle noch größere Wertschätzung und Anerkennung erfahren.

 

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Von links: Claudia Böskens, Adelheit Marcinczyk, Christian Grelck, Heike Bayer, Antje Henrich. Bild: Sonja Wenzel