Bevölkerung sieht Bedarf für mehr freiwilliges Engagement

Erstellt von Hans Brüller |

Die überwiegende Mehrheit der Menschen in Deutschland sieht einen großen Bedarf für mehr freiwilliges Engagement in der Gesellschaft – vor allem in sozialen Bereichen und im Umweltschutz: 63 Prozent der Befragten sind dieser Ansicht, bei den 14- bis 19-Jährigen gilt das sogar für 80 Prozent. Das belegt eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag der Aktion Mensch.

Doch trotz dieser Zahlen und der großen Solidaritätswelle in der Corona-Krise ist aktuell nur jeder Fünfte (21 Prozent) tatsächlich freiwillig im Einsatz. Um mehr Menschen für ehrenamtliche Tätigkeiten zu begeistern, startet die Aktion Mensch heute eine breit angelegte Kampagne für mehr Engagement in unserer Gesellschaft. Im Zentrum steht dabei „Das echt soziale Netzwerk“, in dem es nicht um Likes und Follower*innen geht, sondern um echte Begegnung und Engagement. Mit einem TV-Spot sowie einem umfassenden Angebot auf ihrer Webseite www.aktion-mensch.de/dein-engagement macht die Sozialorganisation darauf aufmerksam, wie vielfältig die Möglichkeiten des freiwilligen Einsatzes sind: vor Ort, digital, im Freizeit- oder sozialen Bereich, häufig oder unregelmäßig – für jede und jeden ist etwas dabei.

Größte Hindernisse: Mangel an Zeit und passgenauen Angeboten
Der größte Hinderungsgrund für diejenigen, die sich bislang nicht engagieren, ist die mangelnde Zeit (56 Prozent). Als weitere Gründe nannten die Befragten unter anderem den Mangel an flexiblen Möglichkeiten (6 Prozent) und das Fehlen passender Angebote in der Nähe (5 Prozent). Genau hier setzt die Kampagne der Aktion Mensch an: Mit einer Freiwilligen-Plattform ermöglicht die Sozialorganisation eine passgenaue Suche nach sozialen Projekten in der direkten Umgebung. Auf der Webseite können Interessierte zudem in einem Test herausfinden, welcher Engagement-Typ sie sind und welche freiwillige Tätigkeit zu ihnen passt. Zur weiteren Inspiration teilt die Aktion Mensch viele persönliche Geschichten von Engagierten und Ehrenamtler*innen, die zeigen, wie viel durch Engagement bewegt werden kann.

Jede*r kann einen Beitrag leisten
„In der Corona-Krise ist vielen Menschen noch einmal klarer geworden, wie wichtig der soziale Zusammenhalt ist. Freiwilliges Engagement kann viel bewirken – zum Beispiel Inklusion voranbringen und zu einem besseren Miteinander in der Gesellschaft beitragen“, sagt Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch. „Mit unserer Initiative wollen wir möglichst viele Menschen motivieren, sich für andere einzusetzen. Dabei ist uns wichtig, dass jede und jeder etwas beitragen kann, unabhängig von Alter, der zur Verfügung stehenden Zeit oder einer Behinderung.“

Inklusives Engagement: Protagonist*innen mit Behinderung
Gerne vermitteln wir Ihnen den Kontakt zu Protagonist*innen mit Behinderung, die über ihr Engagement berichten: Zum Beispiel Jan aus Wilhelmshaven, der sich für die Umwelt und gegen Mobbing und Ausgrenzung einsetzt, Daniela aus München, die nach einer Amputation als Peer-Beraterin andere Patient*innen im Krankenhaus begleitet, oder Caro und Rita, die Rampen aus alten Legosteinen für mehr Barrierefreiheit bauen.

Über die Umfrage: Das Meinungsforschungsinstitut Omniquest hat Ende Juli 2020 1.000 in Deutschland lebende Personen ab 14 Jahren in einer quantitativen Telefonbefragung interviewt.

Ein Faktenblatt zur repräsentativen Umfrage finden Sie hier: Faktenblatt

(Bildquelle: Ayse Tasci)

 

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