„Barrierefrei engagiert“ – Teil 4

Erstellt von Alexandra Kozaczek || Engagementstrategie, 2021 

Die diesjährige Woche des bürgerschaftlichen Engagements vom 10. bis zum 19. Sept. findet unter dem Motto „Engagement und Inklusion“ statt. Mit der Reihe „Barrierefrei engagiert“ stellt das Sozialministerium im Rahmen der Engagemtstrategie Schleswig-Holstein spannende Persönlichkeiten mit Handicap vor, die anhand eines Kurzinterviews über ihre Erfahrungen mit dem Ausüben ihres Ehrenamts berichten.

Zum Abschluss der Reihe stellen wir Ihnen das schriftliche Statement zum Thema inklusives Engagement von Frau Pries, der Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung Schleswig-Holstein, vor:

  1. Die Engagementquote von Menschen mit Behinderungen ist deutlich geringer als die der Menschen ohne Behinderung. Wo sehen Sie da Notwendigkeiten zum Handeln?
    Aus den vorliegenden Angaben sind die Gründe für die unterschiedliche Quote nicht erkennbar. Das ist sehr bedauerlich und sollte aufgehellt werden. Für mich sind mögliche Gründe auf der einen Seite Selbstbeschränkungen der Menschen mit Beeinträchtigungen, die sich ein Engagement nicht zutrauen. Hier kann durch Aufklärung gegengesteuert werden.
    Auf der anderen Seite bedarf es jedoch auch derer, die Menschen mit Behinderungen in Ehrenamtstätigkeit einbeziehen. Und auch von dieser Seite könnte es zu falschen Einschätzungen kommen, so dass Menschen mit Behinderungen kein Ehrenamt angetragen wird.
    Aus diesem Grunde sehe ich dringend Aufklärungsnotwendigkeiten zur Vielfalt im Ehrenamt, und dazu wie unterschiedlich einzelne Tätigkeiten im Ehrenamt sein können und gegebenenfalls auch zur Aufgabenteilung im Ehrenamt. Die „Anbieter“ im Ehrenamt müssen wissen: „Eine vorliegende Behinderung muss nicht automatisch den Ausschluss vom Ehrenamt bedeuten“. Es sollte auch aufgeklärt werden, wie man das Ehrenamt so gestalten und verändern kann, dass es auch mit Beeinträchtigungen zu führen ist. 
     
  2. Was braucht es, damit sich noch mehr Menschen mit Behinderung freiwillig engagieren können?
    Ein Markt der Möglichkeiten ist sicher hilfreich, wenn er darstellen kann, wie Engagement mit Behinderungen möglich ist. Er könnte auch darstellen, wie man Strukturen im Ehrenamt an verschiedene Bedarfe anpassen kann.
    Personen mit Behinderungen kann man durch so genannte Empowerment-Strategien für ein Ehrenamt befähigen. Außerdem sollte an Strukturen gearbeitet werden, die Menschen mit Behinderungen notwendige Assistenzen erschließt. Im Berufsleben ist das geregelt im Ehrenamt könnte man sich an diesen Regelungen orientieren.
     
  3. Haben Sie eine Botschaft an Vereine und Initiativen, die neue Mitglieder suchen?
    Hier kann das Ehrenamt ebenso von guten Beispielen lernen. Es ist zum Beispiel einigen Sportvereinen gelungen auch Menschen mit kognitiven Einschränkungen zu gewinnen, weil ihnen gute sportlich angepasste Angebote gemacht werden konnten. Teilweise werden sie inklusiv mit in die bestehenden Angebote aufgenommen, nachdem sie gezielt angesprochen wurden oder es wurden homogene Gruppen mit einer bestimmten Einschränkung gebildet, die gern untereinander im Verein aktiv sein wollten aber bislang kein Angebot hatten. Auch wenn dies zunächst nicht inklusiv erscheint, ist es auch für eine Gruppe von Menschen mit Behinderungen, die in einem lokalen Verein einbezogen wird, ein Gewinn an Teilhabe und erhält somit einen inklusiven Effekt durch die gleichberechtigte Mitgliedschaft im ortsansässigen Verein. Über die Teilhabe an Angeboten kann der Weg zum Ehrenamt geebnet werden.
     
  4. Haben Sie eine Botschaft an Menschen mit Behinderungen, die sich gern engagieren wollen, es aber noch nicht tun?
    Ich bin mein ganzes Erwachsenenleben lang ehrenamtlich engagiert und beeinträchtigt. Ich kenne viele Menschen, die beides vereinbaren können. Jeder kann einen Beitrag leisten, unsere Gesellschaft lebenswert zu machen und sich dafür einzusetzen. Das geht am einfachsten im Ehrenamt. Hier kann ich selbst bestimmen, wie viel ich leisten will und finde Freunde, die sich mit mir zusammen da engagieren wo es uns gemeinsam Spaß macht! Gemeinsam die Gesellschaft zu gestalten, das ist ein Grundstein unserer Demokratie. Wenn wir Menschen mit Behinderungen da noch stärker mitmischen, bekommen wir unsere Welt auch immer barrierefreier hin.

Mehr Informationen zum Thema Inklusion gibt es hier:

www.engagement-macht-stark.de/

Inklusions-Portal - Aktion Mensch (aktion-mensch.de)

https://bagfa.de/themenwelt-inklusion/

 

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